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Wasser des Lebens


Eigentlich waren es nur ein paar Tropfen. Unser Pastor goss sie mir über die Haare, als ich sieben Jahre alt war. „Ich taufe dich im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes“, sagte er dazu. Mit mir zusammen wurden damals meine zwei kleinen Brüder und eine junge Frau getauft, daran kann ich mich noch erinnern. Auch an das schöne geblümte Kleid, das ich anziehen durfte. Aber ob ich von der Taufe selbst schon etwas verstand?

Wasser reinigt und erfrischt. Ohne Wasser gäbe es kein Leben – aber andererseits kann Wasser auch eine zerstörerische Kraft entfalten. Genau so ist es mit dem Wasser der Taufe. Es bedeutet Tod: Tod nämlich für alles, was mich von Gott trennt.

Als ich getauft wurde, bin ich gewissermaßen schon gestorben: gestorben als ein Mensch, der ohne Gott leben will. Gleichzeitig hat Gott mich in der Taufe angenommen. Ohne Vorbedingung, ein für allemal. Ich darf lebendig sein und mich am Leben freuen, meine Gaben und Fähigkeiten einsetzen zur Ehre Gottes, zu meiner Freude und zum Wohle anderer Menschen. Ich bin Gottes Kind – und ich werde es bleiben, was auch immer geschieht. Selbst der Tod kann mich von Gott nicht mehr trennen.

Der Apostel Paulus drückt das in seinem Brief an die Gemeinde in Rom so aus: Wir sind mit Christus begraben durch die Taufe in den Tod, damit, wie Christus auferweckt ist von den Toten durch die Herrlichkeit des Vaters, auch wir in einem neuen Leben wandeln.

Wenige Tropfen nur – aber eine große Wirkung. Damals mit sieben war mir das alles so natürlich nicht bewusst. Später aber hat mir dieses Wissen häufig Halt gegeben: Ich bin getauft! Auch wenn ich manchmal Zweifel habe und immer wieder Fehler mache, auch wenn Gott mir manchmal fern erscheint und ich Schwierigkeiten habe, Ja zu sagen zu meinem Leben und zu mir selbst: Gott hat dieses Ja schon gesprochen. Ein paar Tropfen Wasser waren dafür das Zeichen. Es waren die wichtigsten Tropfen meines Lebens.

Pfarrerin Claudia Günther, Ev. Kirchengemeinde Kirchlengern

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