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Not lehrt Beten


Not lehrt Beten, sagt der Volksmund, und tatsächlich: In Zeiten großer Krisen finden immer mehr Menschen zum Glauben und unsere Kirchen füllen sich. Not zwingt auch zum Handeln. Wenn alles gut läuft, lässt man sich schnell treiben und verschiebt unangenehme Entscheidungen lieber.

In der Not zeigt sich, wer wirklich dein Freund ist, sagt der Volksmund. Wenn in einer Finanzkrise materielle Werte in unglaublicher Milliardenhöhe verschwinden, dann höre ich in den Worten der Bibel die Stimme Gottes, der mein freundlicher, guter Hirte ist. Stand nicht schon im alten Testament etwas von sieben fetten Jahren und sieben mageren Jahren, für die man Vorsorge treffen sollte? Ich stelle fest: Mit der Bibel bin ich schlauer, als alle Wirtschaftsweisen. Und wenn Jesus sagt, der Mensch lebt nicht vom Brot allein sondern vom Wort Gottes, dann heißt das für mich, dass ein gutes und freundliches Wort unter Freunden in der Not mehr aufbaut, als ein hingeworfener Euro.

Am Aschermittwoch hat schon wieder die Passionszeit oder auch Fastenzeit begonnen. Sieben Wochen sind es noch bis zum Osterfest. Jetzt wäre die Zeit, einen neuen Anfang zu machen, mit sich selbst, mit seinen Freunden und auch mit Gott.

Viel mehr Gottesdienste als sonst bieten dazu die Gelegenheit. Beteiligen wir uns doch an der Aktion „sieben Wochen ohne“. In diesem Jahr unter dem zupackenden Motto: „Sich entscheiden! Sieben Wochen ohne Zaudern“.

Nehmen wir uns doch mal vor, lange aufgeschobene Entscheidungen zu treffen und holen uns dazu die Kraft im Gottesdienst. Eure Rede sei ja, ja und nein, nein, steht schon in der Bibel. Es sind keine Schnellschüsse gemeint, Entscheidungen sollen gut überlegt sein und manchmal muss sich eine aufgeheizte Situation auch erst mal beruhigen. Aber ewig Rumeiern, das sollten wir uns und unseren Freunden nicht immer antun. Wir können uns entscheiden, und auch wenn die Entscheidung im Nachhinein ein Fehler war: Dafür bitten wir um Vergebung im Abendmahl.

Aber so schwer ist es gar nicht, sich richtig zu entscheiden. Denn Gott ist uns mit seiner Liebe immer voraus, wir dürfen auch heute, jeden Tag - ganz neu - in seine Geschichte eintreten und unsere gott-lose Vergangenheit hinter uns lassen.

Zaudern sie nicht länger, reichen sie Gott und ihrem Nächsten wieder die Hand. Eine Zeit voller guter Entscheidungen wünscht ihnen Ihr Pfarrer Axel Bruning, Gemeindepfarrer in Westkilver.

 

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