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Lebendige Adventskalender


An diesem Wochenende feiern wir den ersten Advent. Die Zeit, in der wir auf die Ankunft Jesu Christi bei uns warten, beginnt. Adventszeit – eine Zeit der Besinnung, Einstimmung und Ruhe. So zumindest lauten viele Wünsche für diese Zeit.

Doch die Ruhe für diese besondere Zeit im Jahr fehlt leider sehr oft. Denn diese knapp vier Wochen sind angefüllt mit den Beschäftigungen und Sorgen, die uns auch schon während des übrigen Jahres begleitet haben. Diese Dinge verschwinden ja nicht einfach so – nur weil Advent ist.

Aber die Sehnsucht nach etwas Besonderem, nach einer Auszeit, nach etwas ganz anderem, nach etwas, das uns anrührt und lebendig macht, ist da.

Adventskalender zum Beispiel sind eine – schöne und oft auch süße – Möglichkeit, die Zeit bis Weihnachten zu zählen und mit schönen Dingen und Gedanken zu füllen. Gerade für Kinder sind sie jedes Jahr aktuell. Ob selbst gebastelt oder gekauft, ob geschenkt oder wieder aus der großen Truhe hervorgeholt, ob mit Süßigkeiten oder kleinen Gedichten gefüllt.

Doch auch große Leute mögen Adventskalender. Etwa der Kalender „Der andere Advent“ mit Bildern, kurzen Geschichten, Liedern und Gedichten. Dieser Kalender erfährt jedes Jahr eine höhere Auflage. Hier kann – und soll – man sich jeden Tag eine kleine Auszeit nehmen und für zwölf Minuten eine „andere“ Zeit erleben. Eine kurze Zeit, in der ich alles andere ruhen lasse und nach dem schaue, was mir wichtig ist.

Es gibt noch eine ganz andere Form von Adventskalender, den „lebendigen Adventskalender“. Hier gestalten Menschen mit Vorlesen, Singen und Gesprächen eine Zeit der Ruhe und Besinnung, aber auch eine Zeit des Zusammenseins und des Austauschs. 

Um solch einen Kalender lebendig werden zu lassen, sind Vorbereitungen nötig – und die geschehen nicht unbedingt in großer Ruhe. Texte und Lieder müssen ausgesucht werden, Plätzchen, Tee und Glühwein sollen bereitstehen, das Wetter möchte man extra gut bestellen, damit viele Menschen sich abends vor der Haustür einer Familie einfinden und gemeinsam etwa eine halbe Stunde miteinander Advent feiern.

Aber es ist spannend und macht Spaß. Zu sehen, wer nun wohl im zweiten Jahr in Südlengern – hier habe ich den lebendigen Adventskalender kennengelernt – wieder mitmacht. Ob vielleicht ein paar neue Gesichter neugierig geworden sind und vorbeischauen. Wie lecker die vielen verschiedenen Plätzchensorten schmecken, welche Geschichte mich bewegt und welche Lieder ich gern mal wieder singe.

Es gibt viele Möglichkeiten, sich im Advent darauf einzustimmen, dass Jesus zu uns kommt. Vielleicht ist eine Form dabei, die Ihnen zusagt. Ich wünsche Ihnen eine schöne Adventszeit: anders, lebendig und spannend.

Uta Bültermann, Schulpfarrerin

 

P.S. Der Online-Adventskalender der Evangelischen Kirche von Westfalen findet sich unter advent.ekvw.net.

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