Kleine Zeichen unserer Freude
Dezent und manchmal auch
aufdringlich werden wir in diesen Tagen daran erinnert, dass Weihnachten das
Fest der Geschenke sei. Ein bekannter Anbieter im Internet zeigt zum Beispiel
auf seiner Website ein mit roter Schleife dekoriertes Päckchen mit einer Ziffer,
die die verbleibenden Tage bis Weihnachten anzeigt. Countdown bis Weihnachten
und Erinnerung zum Einkaufen.
Im Radio wurde kürzlich der
staunenden Hörerschaft das Ergebnis einer Umfrage zum Kaufverhalten an
Weihnachten mitgeteilt: Der durchschnittliche Deutsche gibt zu Weihnachten 290
Euro für Geschenke aus und liegt damit hinter einigen europäischen Nachbarn
weit zurück.
Die Geschenke scheinen beim
Weihnachtsfest an erster Stelle zu stehen. In mir regt sich Widerstand gegen
solche Deutung des Weihnachtsfestes. Zum einen lerne ich an meinem Arbeitsplatz
im Klinikum und im Altenheim Menschen kennen, die niemanden mehr haben, mit dem
sie Geschenke austauschen können; nicht wenige Menschen werden nicht die
Möglichkeiten besitzen, teure Geschenke zu machen.
Zum anderen aber glaube ich,
dass es beim Weihnachtsfest nicht zuerst um die Geschenke geht, die wir
einander machen, sondern darum, dass Gott uns sein großes Geschénk
macht. Wir alle bekommen von Gott ein Geschenk: seinen Sohn. Unspektakulär und
ohne Glitzer und Pomp kam dieses Kind in einem Stall in Bethlehem zwischen
Tieren und Stroh auf die Welt. Von Anfang an teilt er unser Leben mit allen
Höhen und Tiefen, bietet uns an, heil zu werden im Vertrauen auf ihn.
„Euch ist heute der Heiland
geboren“, jubeln die Engel den Menschen damals zu. Diese frohe Kunde gilt auch
uns. Weihnachten rufen wir uns das feiernd in Erinnerung. Die Geschenke, die
wir einander machen, sind kleine Zeichen unserer Freude über Gottes großes
Geschenk an uns.
Ich wünsche Ihnen viel Freude
über die Geburt Jesu Christi und ein gesegnetes Weihnachtsfest.
Pfarrerin Gabriele Tuchel, Seelsorgerin am Klinikum Herford und am Heinrich-Windhorst-Haus.
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