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Höher – Schneller – Weiter


Vielleicht kennen Sie noch diesen Werbespot: Zwei Männer treffen sich im Restaurant: „Nein, der Schober, das gibt`s doch gar nicht“, sagt der eine. „Mensch, ewig nicht gesehen, setz dich. Wie geht`s dir?“, sagt der andere. „Blendend“, sagt der eine. „Warte mal.“ Und dann geht`s los: „Mein Haus, mein Auto, mein Boot.“ Der andere schaut entschlossen und legt seine Karten auf den Tisch: „Mein Haus, mein Auto, meine Yacht, mein Swimmingpool, mein Pferd, mein Privatjet.“ „Aber, aber“, sagt der eine.

In dieser Werbung geht es ganz klar um Profilierung, darum zu zeigen, was man geworden ist, was man ist und hat. „Immer ein bisschen besser sein“ - das ist ein Motto unserer Zeit und es begegnet uns überall: In der Schule, bei der Arbeit, in der Freizeit. Was heute gut ist, ist morgen schon nicht mehr gut genug. Die Skala der Verbesserungsmöglichkeiten ist nach oben hin offen, es geht immer ein bisschen erfolgreicher, effizienter und schöner. Wer mit dieser Maxime durch`s Leben geht, macht sich zu seinem eigenen Sklaventreiber, und Stress, Burnout oder Depressionen sind an der Tagesordnung.

Muss das so sein? Nein.

Die Evangelische Kirche in Deutschland will diesen Trend mit ihrer diesjährigen Fastenaktion hinterfragen. Das Motto: "Gut genug - 7 Wochen ohne falschen Ehrgeiz". Sieben Wochen lang dürfen wir es einfach mal gut genug sein lassen, den eigenen Blick im Alltag schulen für den Punkt, wo es reicht und dabei auf uns selbst achten, indem wir uns fragen: Ist es nicht so, wie es ist, gut genug? Als Christinnen und Christen dürfen wir Zufriedenheit aufkeimen lassen mit dem Gegebenen. Denn uns ist zugesagt, dass wir als Gottes Geschöpfe jenseits allen Wirkens, Werkens und Strebens einen Wert an sich haben und wir so angenommen werden, wie wir sind.

So heißt es in Psalm 8: „Du hast den Menschen wenig niedriger gemacht als Gott, mit Ehre und Herrlichkeit hast du ihn gekrönt.“ Also, lassen Sie es doch mal gut sein, so wie es ist! Befreien Sie sich vom „Höher – Schneller – Weiter“! Auch wenn es nicht einfach ist, ich nehme es mir auf jeden Fall vor.

Sandra Sternke, Pfarrerin z. A. der Evangelischen Kirchengemeinde Westkilver

 

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