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Glauben - wie macht man das?


Vielleicht sehnt sich manch einer danach, glauben zu können, aber er weiß nicht, wie das gehen kann. Und er wünscht sich Hilfe zum Einstieg in den Glauben.

In diesen Ferienwochen sind manche in den Flieger gestiegen, um weit entfernt von hier ihren Urlaub zu verbringen. Da lockten die Sonne und das Flair einer südländischen oder gar exotischen Umgebung. Um dies zu erleben, muss aber erst die Distanz von Tausenden von Kilometern überwunden werden. Und dann steht man am Flughafen vor diesem großen Vogel, und es erfasst einen ein mulmiges Gefühl. Schließlich ist nicht jeder ein begeisterter Flieger. Manch einer muss sich überwinden einzusteigen. Kommen wir heil an ohne irgendwelche Zwischenfälle? Schließlich steigt er ein, weil er Vertrauen in die Fähigkeiten des Flugkapitäns hat. Schließlich hat er über Tausend Flugstunden hinter sich, bevor er an diesem verantwortlichen Platz sitzen darf. Und er hat sämtliche Gefahrenmomente vorher im Simulator üben und erfolgreich bewältigen müssen. Dieses Wissen beruhigt und lässt die Bedenken überwinden. Schließlich locken doch die neuen, überwältigenden Urlaubserlebnisse in einer bisher nicht bekannten Umgebung. Die Vorfreude darauf lässt die Urlauber die Gangway hochgehen.

Beim Glauben ist es nicht wesentlich anders. Da gibt es Vorbehalte und Zweifel. Gibt es überhaupt Gott, treibt da nicht die fromme Phantasie Spott mit mir? Die Vernunft will sich sperren. Wohin entführt mich der Glaube? Bin ich noch Herr meiner selbst? Womöglich hab ich mich selber nicht mehr im Griff. Das mögen Gründe sein, die mich daran hindern, mich auf Gott und den Glauben einzulassen.

Auf der anderen Seite kann es sein, dass ich jemanden kenne und erlebe, wie er Zuversicht  und Hoffnung durch seinen Glauben gewinnt, dass ich ihn darum beneide. Und ich  denke, könntest du doch auch so gelassen sein, solch eine Fröhlichkeit und Heiterkeit des Lebens ausstrahlen, so im inneren Frieden mit dir selber und mit Menschen sein.

Ich bin von Gott eingeladen, mich auf ihn einzulassen wie auf den Piloten, um bestimmte Erfahrungen zu machen. Ich wage den Absprung und vertraue mich ihm an. Ich sage mir, ich will wissen, was an dir, Gott, dran ist, wenn Menschen  von dir reden und dich in ihr Leben einbeziehen. Ich will dich kennen lernen.

 Es wird nicht ausbleiben, dass es auch immer wieder Turbulenzen geben wird in Form von Zweifeln und Vorbehalten wie bei einem wirklichen Flug, dass man innerlich hin und her geworfen ist bis man zu einer Gewissheit gelangt, dass es ist gut, sich Gott anvertraut zu haben. Und irgendwann ist man vielleicht angekommen.

Pfarrer Reinhard Linke, Spradow

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