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Glauben Sie an Jesus?


Glauben Sie an Jesus? Können Sie beweisen, dass es Gott gibt? Ist Jesus wirklich übers Wasser gegangen? Ganz schön viele Fragen auf einmal. Doch die Schüler wollten eine Antwort darauf.

Wir waren in einer kleinen Andachtsrunde in der Schule. Mal kommen zwei Schüler, mal sieben oder acht. An dem Tag waren es etwa so viele. Die Gründe fürs Kommen sind unterschiedlich: nichts Besseres vor in der zweiten großen Pause, Neugier, die Gummibärchen, die man sich da nehmen kann – oder auch die Fragen, die man stellen kann.

Natürlich sollten diese Fragen provozieren. Wie weit kann ich bei jemand anderem gehen? Wie ehrlich wird er mir antworten? Oder ist er genervt?

Doch es schwang nicht nur Provokation mit. Auch ein echtes Interesse an Jesus und an all den Geschichten, die man aus der Bibel über ihn kennt. Und die Schüler kannten einige dieser Geschichten.

Glauben Sie an Jesus? Können Sie beweisen, dass es Gott gibt? Ist Jesus wirklich übers Wasser gegangen?

Was kann man denn mal eben auf solche Fragen antworten? Ich möchte ja ehrlich bleiben – zu den Schülern aber auch mir selbst gegenüber.

Antworten auf die Schnelle liegen nicht immer griffbereit. Da gibt es immer wieder Zweifel und Fragen: Wie war das eigentlich? Wie kann ich das heute verstehen? Wie kann das heute für mich eine Bedeutung haben?

Ja, ich glaube an Jesus. Nein, ich kann nicht beweisen, dass es Gott gibt – ich kann jedoch auch nicht beweisen, dass es ihn nicht gibt. Ich glaube, dass es ihn gibt. Ob Jesus übers Wasser gegangen ist – ihm war das wohl möglich. Doch er wollte nicht der „Wundermann“ sein. Er wollte der sein, der Gott und Menschen wieder näher zusammenbrachte. Der von Gottes Liebe zu den Menschen erzählte.

So in etwa sahen die Antworten aus. Ob sie den Schülern etwas nützten? Ob ihnen wirklich etwas an einer Antwort lag? Das ist schwer zu beurteilen. Vielleicht erfahre ich da nächste Woche mehr, wenn wir uns wieder in einer Andachtsrunde in der Schule treffen. Wenn welche kommen. Und vielleicht stelle ich dann mal Fragen: was sie über Jesus denken, was sie bewegt. Und hinterher gibt’s wieder Gummibärchen. Die zweite große Dose ist fast schon leer. Doch für Nachschub ist gesorgt.

Uta Bültermann, Pfarrerin im Schuldienst

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