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Euer Herz erschrecke nicht! Glaubt an Gott und glaubt an mich!


Neujahrsspaziergang: Alles liegt so frisch vor uns. Die Gedanken können freien Lauf nehmen, so mögen wir denken. Das Alte – es scheint zurückzuliegen. Das Neue – es scheint nur erst schemenhaft zu erkennen zu sein. Es scheint so – denn wirklich zurück bleibt das Alte ja doch nicht. Der Geruch von Raclette-Käse vom Abend zuvor hängt wie zum Beweis dafür noch in den Kleidern. Und für das neue Jahr warten schon einige Termine mit konkreten Ansprüchen und klaren Konturen auf uns.

Und doch liegt der Neujahrsspaziergang irgendwie dazwischen. Wir finden auf dem Wege die Gelegenheit, die Regungen unseres Herzens zu ergründen. Was lässt unser Herz vor Zuversicht hüpfen? Was lastet auf ihm? Wo atmet es Freiheit und wo glaubt es sich von allen guten Geistern verlassen?

Auf der Straße liegen die Reste vom Feuerwerk am Silvesterabend. Raketen und Böller sollen nicht nur das neue Jahr begrüßen. Sie haben von alters her den Sinn, die bösen Geister zu vertreiben. Doch so laut auch der Knall und so prächtig auch die Farben, es will auf diese Weise nicht gelingen. Die bösen Geister, das dumpfe Gefühl, irgendwelche Schicksalsmächte spielen mit uns und dieser Welt – das bleibt.

So gehen wir weiter. Wir vertiefen uns ins Gespräch. Es ist wichtig für einen Spaziergang zum neuen Jahr, dass wir nicht allein unterwegs sind. Wir geraten sonst allzu leicht ins Grübeln. Das Gespräch aber öffnet, es weitet den Blick.

Vielleicht kommen wir auch auf das zu sprechen, was wir glauben. Das geht manchmal schneller, als wir denken. Es geschieht vor allem dann, wenn wir fragen: Worauf können wir uns von Herzen verlassen? In diesem Jahr ist es ein Wort aus dem Johannesevangelium, das als Jahreslosung helfen kann, eine Antwort darauf zu finden. Jesus sagt: Euer Herz erschrecke nicht! Glaubt an Gott und glaubt an mich! (Joh 14,1).

Unruhig fragende Herzen, die nur zu gut wissen, dass das Leben im neuen Jahr kein Spaziergang bleiben wird, hören hier vom Glauben und von Gott: Gott der größer ist als unsere Grenzen und größer als finstere Schicksalsmächte; Glaube, der festen Boden unter den Füßen zu geben vermag. Wir sind zu keiner Zeit allein auf dem Weg. You never walk alone.

Wir gehen ins neue Jahr hinein: Mit dem Herzen in der Hand ... 

Michael Krause, Superintendent
 

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